Zum CDU-Stammtisch am 8.Juni war Matthias Sengewald vom Verein „Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V.“ zu Gast. Er informierte u.a. darüber, dass der Verein 1999 in Erfurt gegründet wurde und die Tradition und Geschichte des Erfurter Bürgerkomitees , das aus der ersten Stasibesetzung hervorging, fortgeschrieben werde. Ziel des Vereins sei es, die Geschichte vorwiegend Thüringens der letzten Jahrzehnte, insbesondere der DDR, darzustellen, zu erforschen und öffentlich zu diskutieren. Dies gelang hervorragend, dank unseres Gastes, der dafür aus Erfurt angereiste.
Die „Gesellschaft für Zeitgeschichte“ widmet sich nicht nur Geschichtsforschung, sondern möchte vor allem Geschichte aus Sicht von Beteiligten und Betroffenen erzählen. „Wir sind auf diese Weise bestrebt, das Geschichtsverständnis und die politische Bildung zu fördern und eine Anlaufstelle für Geschichtsinteressierte zu sein. Wir sind bisher ausschließlich ehrenamtlich tätig“ berichtet Matthias Sengewald.
Als Mitbegründer des Vereins und Mitglied des ehemaligen Erfurter Bürgerkomitee entfesselte unser Gast eine Stimmung, die den Anwesenden die Zeit noch einmal deutlich vor Augen führte. Von besonderem Interesse waren aber auch die persönlichen Erfahrungen und die sich daran anschließende Aufarbeitungszeit. Abendlicher Gesprächsstoff war ebenfalls die Stasi-Gedenkstätte in der Andreasstraße und deren Weiterentwicklung zu einer Begegnungsstätte. Die Erkenntnis, dass Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nur in demokratischen Verhältnissen in eine vernünftige Balance gebracht werden können, muss immer wieder hervorgehoben werden. Deshalb widmet sich der CDU-Ortsverband Arnstadt immer im Juni Themen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigt. So zeigte der Ortsverband die Ausstellung „Mit Demokratie gewinnen“, hatte er Herrn Dr. Neubert, Herrn Andreas Möller sowie die Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Frau Hildigund Neubert, zu Gast.